Schlagwort: Begenung mit Sich selbst

  • Frau Holle

    Frau Holle

    Das Märchen von Frau Holle kennen wir alle noch aus der Kindheit.
    Goldmarie sticht sich an einer Spindel, diese fällt in einen Brunnen und Marie springt hinterher. Sie landet bei Frau Holle und wird am Schluss für ihren Fleiss mit Gold überschüttet. Sie kehrt zur Stiefmutter und Stiefschwester zurück und diese sind verwundert. Die Stiefmutter schickt ihre eigene Tochter los damit diese noch mehr Gold nach Hause bringen möge. Doch sie ist faul und frech und am Schluss erhält sie den Lohn für ihre Arbeit: Sie wird mit Pech überschüttet. So weit, so gut.

    Doch diese Märchen beinhaltet eine Analogie oder besser ausgedrückt, eine tiefere Wahrheit über des Menschen Seelenreise.

    Der Brunnen

    Aus der Armut, Not und aus Angst vor ihrer bösen Stiefmutter, springt Goldmarie in den Brunnen, ihrer verlorenen Spindel hinterher.
    Innere Prozesse und äussere Begebenheiten welche uns an einen Punkt führen, wo wir nicht mehr weiterwissen, führen unweigerlich dazu, dass wir uns mit unserem Innenleben auseinandersetzen müssen. Der Brunnen ist sowohl Symbol für unser Unterbewusstsein, unsere tiefsten Emotionen, Muster, Beweggründe.
    Er symbolisiert jedoch auch eine Schwelle oder Tor zur Anderswelt oder der geistigen Welt. Eben jene Welt jenseits der Materiellen.
    Der Abstieg Maries in den Brunnen zeigt also, wie sie notgedrungen beginnt, sich mit ihrem Innenleben auseinander zu setzen. Der Weg in den Brunnen scheint in gewisser Weise nicht freiwillig zu sein. Sondern er beginnt, wenn «Altes» einfach nicht mehr funktioniert.

    Frau Holle

    Nun, Frau Holle ist eigentlich die Wächterin des Tores zur Innenwelt. Sie ist weder nett noch grausam, sondern ordnend.
    Man bekommt nicht was man will, sondern was dem inneren Zustand entspricht.
    Sie steht für die innere Wahrheit, das Gewissen (oder Selbstregulation) und somit eigentlich für das höhere Selbst.
    Spannend ist ja auch, dass der Holunderbusch bei den Kelten genau das repräsentierte. Er war das Tor zur Anderswelt, galt als heilig und als sehr starke Heilpflanze. Er war der Wohnsitz der Göttin Holda (später Frau Holle), welcher der Busch seinen Namen zu verdanken hat.

    Das Brot

    Als Goldmarie auf der Wiese erwachte, hörte sie die Brote nach ihr rufen damit sie sie aus dem Ofen holen möge.
    «Der Laib Brot» kann als Sinnbild für den eigenen Körper verstanden werden. Psycho-emotionale Krisen gehen sehr oft mit körperlichen Beschwerden (Symptomen) einher. Der Geist und die Seele haben uns schon länger versucht auf ein Ungleichgewicht in unserem Innenleben aufmerksam zu machen. Doch diese Stimmen sind oft leise und können, vor allem zu Anfang, leicht überhört oder auch ignoriert werden. Das letzte Sprachrohr ist dann der Körper. Diese Signale sind meist unüberhörbar weil sie Schmerzen oder gar Krankheiten auslösen können.
    Das Herausziehen der Brote mit dem Schieber kann hier als Symbol dafür genommen werden, dass Goldmarie die Signale ihres Körpers ernst nimmt. Sie ignoriert sie nicht mehr, sondern geht in die Handlung.

    Der Apfelbaum

    Der Apfel, Frucht und Gegenstand von Erkenntnis und Wissen. Newton erhielt Erkenntnis über die Gravitation als ihm ein Apfel auf den Kopf fiel. (So besagt die Legende). Eva naschte vom Apfel und verlor das Paradies der Unwissenheit. Sie lebte vorher nach den äusseren, von Anderen gemachten Gesetzen. (Etwas ketzerisch könnte man auch von blindem Gehorsam sprechen)

    Nach dem sie vom Apfel gegessen hatte, erlangte sie Selbstwahrnehmung, Urteilskraft, inneres Erleben und somit im übertragenen Sinne auch Freiheit.
    Avalon, die Apfelinsel aus der keltischen Sagenwelt gilt bis heute als «innerer Ort zwischen den Welten». Ein Ort an dem man Erkenntnis, Wissen und Heilung erfährt. (Der Name Avalon leitet sich vom keltischen Wort abal oder afal ab: Apfel.)
    Goldmarie wird nun vom Apfelbaum gebeten, ihn zu rütteln und zu schütteln, damit die reifen Äpfel herunterfallen und gesammelt werden können. Sprich, durch ihre Reise ins Innere, der Verbindung mit ihren Emotionen und ihrem höheren Selbst, warten einige Erkenntnisse auf sie. Sie sind so zu sagen überreif und warten nur darauf, im richtigen Moment gepflückt zu werden.
    In all diesen Bildern steht der Apfel für Erkenntnis, die nicht mehr rückgängig zu machen ist.

    Hausputz

    Frau Holle, als höhere Instanz oder besser gesagt als Instanz der (inneren) Ordnung, weisst Goldmarie liebevoll aber direkt darauf hin, wo noch etwas aufzuräumen und zu putzen ist. Dabei reicht es nicht um die Möbel und Gegenstände herum zu putzen. Sie muss die Möbel verschieben und die Gegenstände anheben um auch darunter putzen zu können. Sie sieht das kleinste Stäublein.
    Das kann man als Analogie dazu nehmen, dass wir oft in unserer Schattenarbeit scheinbar immer wieder mit den gleichen Themen konfrontiert werden. (Man putzt um die schöne Vase der Grossmutter herum. Sie wird etwas verschoben und der Staub darunter kommt zum Vorschein. Und obwohl man geputzt hat ist es nun wieder dreckig. Da wir das „Verschieben“ vielleicht nicht direkt mitbekommen haben, glauben wir, an dieser Stelle doch schon geputzt zu haben)
    Was einem als oft «das Selbe» vorkommt, ist jedoch nur ein Hinweis darauf, das ein Aspekt noch anzuschauen, zu verarbeiten, zu verinnerlichen ist.
    Oft findet man sich mit den Gedanken konfrontiert: «Ich mache keine Fortschritte. Ich komme nicht voran.» Frau Holle, respektive eben der eigene innere Hausputz, lehrt uns jedoch immer genauer hinzuschauen und auch die kleinsten Unterschiede und Fortschritte in einer vermeintlich gleichen Situation zu sehen und zu würdigen. (Man wird sich plötzlich des verschiebens der Vase bewusst)
    Und Goldmarie ist fleissig und unermüdlich dabei, die kleinsten Stäubchen zu beseitigen, auf welche sie Frau Holle aufmerksam macht.

    Goldmarie und Pechmarie

    Am Ende ihrer Zeit bei Frau Holle, wird Goldmarie von Frau Holle durch den Torbogen geschickt der sie mit Gold überzieht. Sie kommt reich belohnt und strahlend zu Hause bei ihrer Stiefmutter und ihrer Stiefschwester an.
    Sie strahlt vor Erkenntnis, innerer Aufgeräumtheit und Eigensouveränität.
    Ihre Schwester, Pechmaire, ist darauf sehr neidig. Sie sieht jedoch nur die «äussere» Veränderung und ist sich nicht gewahr, was Goldmarie für einen anstrengenden und harten inneren Prozess durchgearbeitet hat. Sie will auch «gülden» sein und strahlen und glänzen. Nachdem Goldmarie ihr die ganze Geschichte erzählte, machte sie sich auf, das Gleiche zu erleben.
    Doch weder hörte sie auf ihren Körper (Brote), noch mochte sie ihre inneren Themen genauer anschauen um Erkenntnis (Apfel) zu erhalten. Auch war sie nicht gewillt die mühselige und aufreibende Hausarbeit (Schattenarbeit) bei Frau Holle zu erledigen. Ihr Lohn am Ende der Dienstzeit war die Überschüttung mit klebrigem Pech.

    Was hier jedoch zu erwähnen ist: weder ist das Gold eine Belohnung, noch ist das Pech eine Bestrafung. Es sind lediglich die Folgen der eigenen Haltung gegenüber der „inneren Arbeit“ und in welcher Form oder Intensität es einem möglich gewesen ist, diese zu vollziehen.
    Auch sind natürlich Gold und Pech nicht materiel und physisch zu verstehen, sondern es geht hier wirklich um eine innere Qualität die aussen spür- und sichtbar wird. Während Goldmarie Eigensouveränität, Weisheit und Aufgeräumtheit ausstrahlt, wirkt Pechmarie distanziert von ihrem wahren Kern, verschlossen und ablehnend.
    Das Pech symbolisiert hierbei all die nicht betrachteten, nicht aufgeräumten und nicht integrierten Muster und Seelenanteile. Die Teile, in denen in uns Trigger entstehen können. Sie sind klebrig, kommen immer wieder und bringen unser Emotionsleben stark in Wallung.

    In dem Märchen geht es nicht darum zu zeigen, wer besser als der Andere ist oder wer fauler, träger oder gleichgültiger ist. Pechmarie war die innere Arbeit in dem Moment nicht möglich. Das ist die Aussage und ein Appell daran, nicht vorschnell über einen Menschen zu urteilen. Wir sehen ja immer nur das, was der Mensch uns zeigen mag oder das was wir von aussen sehen.
    Pechmarie wird durch ihr anhaftendes Pech, respektive eben die nicht aufgeräumten Muster und Emotionen immer wieder die Gelegenheit bekommen, hinzuschauen, zu erkennen, anzunehmen und zu integrieren.
    Die Pechmarie ist nicht für immer verloren oder muss ihr Leben nun in Dunkelheit und Schande verbringen.
    Die geistige Welt oder die Anderswelt bieten immer wieder Chancen Verantwortung für sich und sein Leben zu übernehmen, die innere Arbeit anzugehen und «Pech» in «Gold» zu verwandeln.

    Ein oft übersehener Aspekt:
    Frau Holle ordnet die Welt, indem sie die Decken und Kissen schüttelt. Es heisst sie bringt innere Prozesse, Verdrängtes, Unbewusstes in Bewegung, arbeitet es durch, lockert es auf. Der Schnee der aus dem Bettzeug fällt, fällt ja nicht in Frau Holles Welt, sondern in die Menschenwelt. Dies ist symbolisch dafür:

    Wenn es in deinem Leben schüttelt und rüttelt, erinnere dich daran:
    Frau Holle ordnet vielleicht gerade neu und macht den Weg frei für deine innere Arbeit – mit liebevoller Unterstützung der geistigen Welt.

  • Der Schleier lüftet sich…

    Der Schleier lüftet sich…

    Nachfolgender Beitrag erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Er darf vielmehr als Ermutigung gesehen werden. Ermutigung, sich seine eigenen Gedanken zu machen. Vielleicht entdeckst du dabei Aspekte, Perspektiven und Antworten, welche hier keine Erwähnung fanden.Das ist gut so!

    Foto: Netzfund

    Prolog

    Vielen Mensch haben momentan das Gefühl, dass auf der Welt immer häufiger schlimme Dinge wie Kriege, Umweltkatastrophen, Krankheiten und Verlust von geliebten Menschen, Unterdrückung und Diskriminierung geschehen.

    Mag sein das dies tatsächlich so ist. Mag sein dass durch die stetig wachsende Weltbevölkerung schlicht auch mehr „Konfliktpotential“ vorhanden ist. In meiner Wahrnehmung ist dies jedoch nur ein Faktor. Als ich diesen Spruch gelesen habe, sind mir einige Aspekte, Perspektiven zugetragen worden, die ich hier erwähnen möchte. Dabei geht es nicht darum, einen einzigen Grund für das „Phänomen“ zu identifizieren. Vielmehr möchte ich Herz und Geist öffnen zur Ansicht (oder Einsicht) das es unterschiedliche Betrachtungsweisen gibt. Keine schliesst die Andere aus oder macht sie obsolet. Viel mehr, denke ich, ist es ein Versuch eine Thematik aus unterschiedlichen Blickwinkeln und auf unterschiedlichen Ebenen zu betrachten. Es kann alles nacheinander, miteinander, bedingt durch einander oder im Ausschluss voneinander gleichzeitig, synchron oder seriell geschehen.

    Wahrnehmung

    Unsere Wahrnehmung wird durch viele Faktoren beeinflusst. Es ist nicht nur was wir sehen, hören und erleben, sondern viel mehr welche Bedeutung und Wertung wir diesen „Eindrücken“ zu ordnen.

    Die Worte von Marc Aurel weisen uns auf eine wichtige Tatsache hin:

    Diese weisen Worte sollten wir unbedingt und vor allem auch im Umgang mit unseren Medien beachten.

    Medien

    Nachrichten werden mittlerweile in einer unglaublichen Geschwindigkeit in Windeseile um den Erdball geschickt. Es sind nicht mehr nur die Nachrichten, die wir als Kind um 19.30h im Fernsehen gesehen haben, oder zur vollen Stunde im Radio gehört haben. Die Menge und Frequenz an Informationen die täglich auf uns einwirken sind um ein vielfaches höher als noch vor 20 Jahren. Gab es früher nur Zeitung, Fernsehen und Radio, werden wir heute in Social-Media, via Nachrichten Apps, durchs Internet im allgemeinen, Anzeigetafeln an Bahnhöfen und in den öffentlichen Verkehrsmitteln rund um die Uhr berieselt mit News.

    Erhöhung der Schwingung

    Wir leben an der Schwelle zum Wassermann-Zeitalter. Einerseits verheisst uns dies, dass Entwicklungen (ob globale, technische aber auch persönliche und spirituelle) in einem rasanten Tempo voranschreiten. Es wird uns als Zeitalter der Freundschaft, Brüderlichkeit, Offenheit und Verbundenheit prophezeit. Eine Ära der Wahrheit, Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit.

    Andererseits braucht es zum Erreichen eines solchen Zustandes der Harmonie eine Entwicklung. Entwicklung geschieht aus dem Drang, Bedürfnis, Impuls heraus, Lebensumstände, respektive das Leben an sich, verbessern zu wollen. Jedoch auch aus einer Notwendigkeit heraus, Dinge ändern zu müssen. (Siehe unsere momentane Weltlage.) Und etwas verbessern zu wollen bedingt, dass wir mit dem Ist-Zustand innerlich nicht mehr zufrieden sind und eine Vorstellung davon haben, wie es denn besser sein könnte oder sollte.

    Eine weitere Qualität die sich zum Wassermannzeitalter immer mehr manifestieren wird ist neues spirituelles Wissen. Wissen von dem wir momentan nur einen winzig kleinen Teil erahnen können, wenn wir die Entwicklung der Menschheit beobachten. Immer mehr Kinder werden mit einem spirituellen „Wissen“ geboren, Welches wir uns noch fleissig erarbeiten mussten. Diese Energiequalität will Alles auf das Genaueste beleuchten und darum werden auch viele bis jetzt im Verborgenen gewesene Umstände ans Licht kommen.

    Der Mensch ist ein Gewohnheitstier

    Stimmst du mir zu, dass der Mensch tendenziell eher eine träge Spezies ist und, wie man im Volksmund so schön sagt, ein „Gewonheitstier“ welches nur in die Veränderung geht, wenn es Unbehagen, Unwohlsein oder gar Schmerz empfindet? Ich möchte diese Aussage keinen Falls als „die Wahrheit“ postulieren und sagen, alle sind gleich. Jedoch meine Selbstwahrnehmung und meine Beobachtungen lassen in meiner Interpretation auf eine solche Tendenz beim Menschen schliessen.
    Wie oft ist mir bei mir selbst schon aufgefallen, dass ich zwar um einen Umstand weiss, der mir nicht gut tut, ich jedoch mich (noch) nicht dazu überwinden konnte, ihn zu ändern ? Gut, manchmal weiss man ja auch nicht wie man alte Muster verändern kann, damit es einem danach besser geht. Darüber etwas in den nächsten beiden Abschnitten…

    Auseinandersetzung mit dem eigenen Wertesystem.
    Was ist unseres, was ist deins, was ist meins!

    Die Schleier werden gelüftet. Immer mehr Dinge werden aus dem Dunkeln ans Licht gebracht. Die Veränderung, der Wandel beginnt damit, eine Auslegeordnung zu machen von alledem, was wir in unserem Rucksack haben. Sowohl auf ganz persönlicher Ebene, als auch global gesehen, als Menschheit, als Kollektiv welches diese Erde bewohnt. Erst wenn die Dinge beim Namen genannt werden und offen vor uns liegen, können wir bewusst darüber entscheiden, was wir für unseren weiteren Aufstieg wieder in den Rucksack packen, eventuell sogar ausbauen und vermehren möchten, und was wir als Ballast identifizieren und zurücklassen werden. Dies nenne ich Erwachen.

    Erwachen kann ein einschneidender und vielleicht teilweise auch ein schmerzhafter Prozess sein. Denn es geht auch darum uns unseren eigenen Muster, Trigger, Schemata bewusst zu werden, sie kritisch zu hinterfragen und nicht zu letzt, sie aufzulösen.
    Wir sind es nicht gewohnt, auf unsere innere Stimme zu hören, unserer Intuition zu vertrauen oder auch nur uns selbst zu fragen, was wir den möchten, was uns gut tun würde. Wir dürfen dies wieder (neu)lernen.

    Auf die innere Stimme hören, sich selbst vertrauen und Selbstliebe praktizieren

    Diese Auseinandersetzung mit uns selbst, unseren Werten, unserer Intuition, unserer Selbstwahrnehmung und zu guter letzt in der Konsequenz auch mit unserer Selbstfürsorge, verändert uns grundlegend. Oder wie ich es wahrnehme, führt uns erst richtig an unseren inneren Kern, an unser eigentliches und wahrhaftiges Selbst. Im höchstmöglichen Masse frei von äusseren Beeinflussungen und Manipulationen. Ganz im Hier und Jetzt und mit uns Selbst, dem Universum und dem Leben im Einklang.
    Das dies nicht ohne Folgen für unsere sozialen Beziehungen bleiben kann, ist zu erwarten.

    Beziehungen

    Beginnen wir unser wahres Selbst zu leben, werden sich unsere Beziehungen verändern. Immer häufiger werden wir uns gewahr, welche Beziehungen uns gut tun und welche nicht. Dies kann auch dazu führen, dass Jahrelange Freundschaften, die eigentlich in einem Ungleichgewicht waren, man selbst es jedoch nicht wahrnehmen konnte, plötzlich nicht mehr funktionieren und mit einem grossen „Bäm“ enden oder einfach still und leise versanden.

    Zentral für unsere Beziehung mit anderen Menschen ist die Beziehung(sgestalltung) mit mir selber. Sich anzunehmen, sich als wichtig, am richtigen Ort, als Selbstwirksam wahrzunehmen.
    Wie spreche ich eigentlich mit mir über mich? $
    Finde ich wohlwollende und ermutigende Worte für mich selbst ? Oder ist mein innerer Dialog eher von sich selber klein halten/machen, von wenig konstruktiven Kritiken und Abwertung geprägt?
    Dies kann sehr schmerzhaft sein und uns auch in eine tiefe Trauer stürzen. Ich für meinen Teil durfte jedoch erfahren, dass mit der Zeit auch eine Leichtigkeit, eine Art „Befreitheit“ daraus erwachsen kann. Und, wer weiss, dies dann auch einen guten Boden bilden kann, eine Beziehung mit neuen „Parametern“ wieder wachsen lassen zu können.

    Selbstfürsorge

    …heisst auch sich zu spüren. Sich selbst wahrzunehmen. Seine Gefühle, seine Wünsche, seine Emotionen, seine Gedanken. Gib dir selbst Zeit in deinen eigenen Prozessen. Sei traurig, sei wütend, sei verzweifelt, sei leer. Alle diese Gefühle sind ok. Sie dürfen sein. Erlaube dir sie zu fühlen und durch diese Phasen durch zu gehen. In deinem ureigenen Tempo, so wie du es empfindest und für dich als richtig erachtest. Niemand kann sagen, jetzt ist das doch schon so lange her, du solltest dies nun endlich hinter dir lassen. Es ist DEIN Leben und vor allem DEIN Prozess. Du darfst die Dauer und die Inhalte selber bestimmen. Es dauert so lange es dauert.
    Was ich dabei auch erfahren durfte ist: noch fast wichtiger als dem Druck von aussen entgegen zu treten ist der Umgang mit dem selbst kreierten Kriterien. Dem inneren Druck den wir uns selbst machen.
    Sei bitte nachsichtig mit dir selbst. Sei lieb zu dir.
    Du kannst nicht erwarten dass man dir „im Äusseren“ Raum für deine Prozesse gibt, wenn du dir dies in deinem Inneren selbst nicht zugestehst. Die Dinge dauern solange sie dauern.
    Aus spiritueller Sicht, können Prozesse nicht abekürzt werden.
    Doch durch mehr Bewusstsein und Selbstachtung kann man vielleicht gewisse Prozesse anstossen. Und da Alles mit Allem verknüpft ist, hat dies auch Einfluss auf die Prozess-Bewältigung in anderen Bereichen und Themen.

    …Und was hat dies nun alles damit zu tun, dass immer mehr schreckliche Dinge passieren ?

    Nun, zugegebener Massen bin ich doch etwas abgeschweift. Doch es gibt einen Nenner für das Weltgeschehen und die eigenen inneren Prozesse:

    Die Energie folgt der Aufmerksamkeit

    Immer mehr Menschen starten mit ihrem inneren Prozess. Sie holen ihre Schattenseiten als Licht und transformieren sie. Wie könnten da die Schattenseiten des globalen Lebens noch länger im Verborgenen bleiben? Je mehr Leute sich mit ihren eigenen dunkeln Kapiteln und Anteilen auseinander setzen, und die haben wir alle, desto mehr werden auch die globalen Schatten sichtbar, wollen wahrgenommen, aufgearbeitet und transformiert werden.
    In vielen Bereichen hat dies bereits begonnen.

    Es wird immer weniger möglich sein, Schatten-Themen unter den Teppich zu kehren, da auch immer mehr Menschen sensitiver, „gschpüriger“ und feinstofflicher in ihrer Wahrnehmung werden. Themen die aufgearbeitet werden wollen, aufgearbeitet werden müssen, werden immer wieder an die Oberfläche und ans Licht kommen. Sie wollen bewusst wahrgenommen, aufgearbeitet und transformiert werden.
    Dabei spielt es gar keine Rolle, ob diese in unserem ganz persönlichen Bereich liegen, oder ob dies globale Themen sind.
    Denn Alles ist mit Allem-, und Jeder ist mit Jedem verbunden.

    Epilog

    Es gibt noch unzählige weitere Aspekte oder Faktoren, die das Phänomen unserer Wahrnehmung von „Es geschehen immer mehr schlimme Dinge auf der Welt“ beeinflussen (könnten). Doch darüber könnte man ein Buch schreiben.

    Meine Ansicht ist nicht die Wahrheit! Sie ist meine Wahrnehmung und Interpretation! Nicht mehr, nicht weniger!

    Was denkst Du? Hast Du eine andere Sichtweise? Spricht Dich ein Aspekt besonders an? Oder hast Du vertiefende Fragen zu einer Ausführung von mir? Bist Du anderer Meinung?

    Fühl Dich frei den Beitrag zu kommentieren oder mir persönlich zu schreiben. info@tuar-ceatha.ch

  • Stolz und Vorurteil

    Stolz und Vorurteil

    Nein, es geht nicht um das berühmte Buch von Jane Austen.
    Viel mehr geht es darum, wie wir mit Stolz umgehen. Vor allem mit dem Stolz auf uns selbst.

    In unseren Breitengraden, ist Stolz eher etwas, dass man negativ konnotiert. Jemand der von sich sagt, dass er stolz auf sich und seine Leistungen ist wird rasch als eingebildet und arrogant angesehen.
    Äussert man jedoch jemand drittem Gegenüber, das man stolz auf die Person ist, gilt dies als Kompliment, als Wertschätzung seinen Leistungen gegenüber, als Lob, als Ermutigung.

    Die Frage die mich seit gerade eben beschäftigt ist, warum lassen wir „Aussenstehenden“ unsere Bewunderung, unsere Achtung, unser Würdigung zukommen, und haben uns selbst gegenüber so oft nichts oder wenig davon übrig? Warum verlangen wir von uns selbst ein Vielfaches mehr an Leistung, Arbeitserfolg, Schweiss und Tränen als von Anderen?

    Darüber kann ich nur meine Mutmassungen anstellen, welche weder abschliessend sind noch empirisch erhoben. Ich habe das Gefühl, da wir in einer sehr leistungsorientierten Gesellschaft leben, dass wir einen grossen Teil dazu sozialisiert worden sind. Stolz sein ist etwas hochmütiges. Gerade eben der Stolz auf sich selbst. Ist man Stolz ein Schweizer zu sein, wird man sofort als rechtsextrem angesehen. Ist man Stolz darauf gut auszusehen, wirkt man eingebildet. Ist man stolz darauf, eine solide und steile Karriere gemacht zu haben gilt man als Egoist, Streber und „Möchtegern“.

    Dabei ist stolz auf sich sein so etwas Wichtiges. Alle von uns haben ihre inneren und äusseren Themen, Probleme und Kämpfe. Jeden Tag. Und wir überwinden, lösen, bewältigen auch jeden Tag einiges davon. Es ist wichtig, das wir unsere eigenen Leistungen, unsere eigene Entwicklung, unsere Fortschritte angemessen würdigen. Das wir achtsam sind mit uns und anerkennen, was wir an Energie, Zeit, Gedanken, Emotionen, teilweise auch inneren Kämpfen aufgewendet haben um eine Aufgaben, und sei sie auch noch so unscheinbar, zu bewerkstelligen.

    Es ist schön und tut gut, von anderen gelobt zu werden. Wenn einem Anerkennung und Bewunderung von aussen zu Teil wird. Doch, können wir diese wirklich tief in unserem Herzen und unseren Seelen wahrnehmen, spüren und verinnerlichen, wenn wir uns selbst gegenüber diese Gefühle selten empfinden und sie noch seltener äussern oder gar laut aussprechen ? Ich habe da so meine Bedenken.

    Darum: Frage Dich doch jeden Abend vor dem zu Bett gehen: „Was habe ich heute gemacht, auf das ich stolz sein kann?“

    Zu den heutigen Überlegungen hat mich der Song „Proud“ von Heather Small inspiriert. Der Text dieses Liedes beinhaltet genau das, was ich denke, für uns alle so wichtig ist. Stolz auf sich selbst zu empfinden und sich selbst nicht immer zu noch mehr, und schneller, und höher, und weiter anzutreiben, sondern anzuerkennen, dass das, was wir bereits geleistet haben, mehr als nur genug ist!

    DU, bist grossartig so wie Du bist. Und DU bist genug!!! ICH bin genug! Einfach weil ich bin!

    Untenstehend der Link zum erwähnten Song und der Text in Deutsch und Englisch.

    Proud

    I look into the window of my mind
    Reflections of the fears I know I’ve left behind





    I step out of the ordinary
    I can feel my soul ascending
    I’m on my way, can’t stop me now
    And you can do the same, yeah




    What have you done today to make you feel proud?
    It’s never too late to try
    What have you done today to make you feel proud?
    Hmm-mm
    You could be so many people
    If you make that break for freedom
    What have you done today to make you feel proud?


    Still so many answers I don’t know
    (There are so many answers)
    Realize that to question is how we’ll grow
    (To question is to grow)


    Pre Chorus

    Chorus

    Yeah
    We need a change, yeah
    Do it today, yeah
    I can feel my spirit rising
    Change, yeah, we need a change, yeah
    So do it today, yeah
    ‚Cause I can see a clear horizon


    What have you done today to make you feel proud?
    To make you feel proud, yeah
    Let me hear ya, let me hear ya, let me hear ya
    So what have you done today to make you feel proud?
    Yeah, yeah, yeah, yeah
    ‚Cause you could be so many people
    If you make that break for freedom
    So what have you done today to make you feel proud?



    What have you done today to make you feel proud?
    Yeah, let me hear ya
    What have you done today? What have you done today?
    What have you done today to make you feel proud?
    Oh yeah, yeah
    You could be so many people
    Just make that break for freedom
    So what have you done today to make you feel proud?

    Stolz

    Ich schaue in das Fenster meines Geistes
    Reflexionen der Ängste, von denen ich weiß, dass ich sie hinter mir gelassen habe

    Ich trete aus dem Gewöhnlichen heraus
    Ich kann spüren, wie meine Seele aufsteigt
    Ich bin auf meinem Weg, kann mich jetzt nicht aufhalten
    Und du kannst das Gleiche tun, ja

    Was hast du heute getan, auf das du stolz sein kannst?
    Es ist nie zu spät, es zu versuchen
    Was hast du heute getan, um dich stolz zu fühlen?
    Hmm-mm
    Du könntest so viele Menschen sein
    Wenn du den Durchbruch zur Freiheit schaffst
    Was hast du heute getan, um dich stolz zu fühlen?

    Noch so viele Antworten, die ich nicht kenne
    (Es gibt so viele Antworten)
    Erkenne, dass wir nur durch Fragen wachsen können
    (Indem wir fragen, wachsen wir)

    Pre Chorus

    Chorus

    Ja
    Wir brauchen eine Veränderung, ja
    Tu es heute, ja
    Ich spüre, wie sich mein Geist erhebt
    Veränderung, ja, wir brauchen eine Veränderung, ja
    Also tu es heute, yeah
    Denn ich kann einen klaren Horizont sehen

    Was hast du heute getan, damit du dich stolz fühlst?
    Um dich stolz zu machen, ja
    Lass mich dich hören, lass mich dich hören, lass mich dich hören
    Was hast du heute getan, um dich stolz zu fühlen?
    Ja, ja, ja, ja
    Denn du könntest so viele Menschen sein
    Wenn du den Durchbruch zur Freiheit schaffst
    Was hast du heute getan, um dich stolz zu fühlen?

    Was hast du heute getan, dass du dich stolz fühlst?
    Yeah, let me hear ya
    Was hast du heute getan? Was hast du heute getan?
    Was hast du heute getan, damit du dich stolz fühlst?
    Oh ja, ja
    Du könntest so viele Menschen sein
    Mach einfach den Durchbruch zur Freiheit
    Was hast du heute getan, um dich stolz zu fühlen?