Schlagwort: Bewusstwerdung

  • Frau Holle

    Frau Holle

    Das Märchen von Frau Holle kennen wir alle noch aus der Kindheit.
    Goldmarie sticht sich an einer Spindel, diese fällt in einen Brunnen und Marie springt hinterher. Sie landet bei Frau Holle und wird am Schluss für ihren Fleiss mit Gold überschüttet. Sie kehrt zur Stiefmutter und Stiefschwester zurück und diese sind verwundert. Die Stiefmutter schickt ihre eigene Tochter los damit diese noch mehr Gold nach Hause bringen möge. Doch sie ist faul und frech und am Schluss erhält sie den Lohn für ihre Arbeit: Sie wird mit Pech überschüttet. So weit, so gut.

    Doch diese Märchen beinhaltet eine Analogie oder besser ausgedrückt, eine tiefere Wahrheit über des Menschen Seelenreise.

    Der Brunnen

    Aus der Armut, Not und aus Angst vor ihrer bösen Stiefmutter, springt Goldmarie in den Brunnen, ihrer verlorenen Spindel hinterher.
    Innere Prozesse und äussere Begebenheiten welche uns an einen Punkt führen, wo wir nicht mehr weiterwissen, führen unweigerlich dazu, dass wir uns mit unserem Innenleben auseinandersetzen müssen. Der Brunnen ist sowohl Symbol für unser Unterbewusstsein, unsere tiefsten Emotionen, Muster, Beweggründe.
    Er symbolisiert jedoch auch eine Schwelle oder Tor zur Anderswelt oder der geistigen Welt. Eben jene Welt jenseits der Materiellen.
    Der Abstieg Maries in den Brunnen zeigt also, wie sie notgedrungen beginnt, sich mit ihrem Innenleben auseinander zu setzen. Der Weg in den Brunnen scheint in gewisser Weise nicht freiwillig zu sein. Sondern er beginnt, wenn «Altes» einfach nicht mehr funktioniert.

    Frau Holle

    Nun, Frau Holle ist eigentlich die Wächterin des Tores zur Innenwelt. Sie ist weder nett noch grausam, sondern ordnend.
    Man bekommt nicht was man will, sondern was dem inneren Zustand entspricht.
    Sie steht für die innere Wahrheit, das Gewissen (oder Selbstregulation) und somit eigentlich für das höhere Selbst.
    Spannend ist ja auch, dass der Holunderbusch bei den Kelten genau das repräsentierte. Er war das Tor zur Anderswelt, galt als heilig und als sehr starke Heilpflanze. Er war der Wohnsitz der Göttin Holda (später Frau Holle), welcher der Busch seinen Namen zu verdanken hat.

    Das Brot

    Als Goldmarie auf der Wiese erwachte, hörte sie die Brote nach ihr rufen damit sie sie aus dem Ofen holen möge.
    «Der Laib Brot» kann als Sinnbild für den eigenen Körper verstanden werden. Psycho-emotionale Krisen gehen sehr oft mit körperlichen Beschwerden (Symptomen) einher. Der Geist und die Seele haben uns schon länger versucht auf ein Ungleichgewicht in unserem Innenleben aufmerksam zu machen. Doch diese Stimmen sind oft leise und können, vor allem zu Anfang, leicht überhört oder auch ignoriert werden. Das letzte Sprachrohr ist dann der Körper. Diese Signale sind meist unüberhörbar weil sie Schmerzen oder gar Krankheiten auslösen können.
    Das Herausziehen der Brote mit dem Schieber kann hier als Symbol dafür genommen werden, dass Goldmarie die Signale ihres Körpers ernst nimmt. Sie ignoriert sie nicht mehr, sondern geht in die Handlung.

    Der Apfelbaum

    Der Apfel, Frucht und Gegenstand von Erkenntnis und Wissen. Newton erhielt Erkenntnis über die Gravitation als ihm ein Apfel auf den Kopf fiel. (So besagt die Legende). Eva naschte vom Apfel und verlor das Paradies der Unwissenheit. Sie lebte vorher nach den äusseren, von Anderen gemachten Gesetzen. (Etwas ketzerisch könnte man auch von blindem Gehorsam sprechen)

    Nach dem sie vom Apfel gegessen hatte, erlangte sie Selbstwahrnehmung, Urteilskraft, inneres Erleben und somit im übertragenen Sinne auch Freiheit.
    Avalon, die Apfelinsel aus der keltischen Sagenwelt gilt bis heute als «innerer Ort zwischen den Welten». Ein Ort an dem man Erkenntnis, Wissen und Heilung erfährt. (Der Name Avalon leitet sich vom keltischen Wort abal oder afal ab: Apfel.)
    Goldmarie wird nun vom Apfelbaum gebeten, ihn zu rütteln und zu schütteln, damit die reifen Äpfel herunterfallen und gesammelt werden können. Sprich, durch ihre Reise ins Innere, der Verbindung mit ihren Emotionen und ihrem höheren Selbst, warten einige Erkenntnisse auf sie. Sie sind so zu sagen überreif und warten nur darauf, im richtigen Moment gepflückt zu werden.
    In all diesen Bildern steht der Apfel für Erkenntnis, die nicht mehr rückgängig zu machen ist.

    Hausputz

    Frau Holle, als höhere Instanz oder besser gesagt als Instanz der (inneren) Ordnung, weisst Goldmarie liebevoll aber direkt darauf hin, wo noch etwas aufzuräumen und zu putzen ist. Dabei reicht es nicht um die Möbel und Gegenstände herum zu putzen. Sie muss die Möbel verschieben und die Gegenstände anheben um auch darunter putzen zu können. Sie sieht das kleinste Stäublein.
    Das kann man als Analogie dazu nehmen, dass wir oft in unserer Schattenarbeit scheinbar immer wieder mit den gleichen Themen konfrontiert werden. (Man putzt um die schöne Vase der Grossmutter herum. Sie wird etwas verschoben und der Staub darunter kommt zum Vorschein. Und obwohl man geputzt hat ist es nun wieder dreckig. Da wir das „Verschieben“ vielleicht nicht direkt mitbekommen haben, glauben wir, an dieser Stelle doch schon geputzt zu haben)
    Was einem als oft «das Selbe» vorkommt, ist jedoch nur ein Hinweis darauf, das ein Aspekt noch anzuschauen, zu verarbeiten, zu verinnerlichen ist.
    Oft findet man sich mit den Gedanken konfrontiert: «Ich mache keine Fortschritte. Ich komme nicht voran.» Frau Holle, respektive eben der eigene innere Hausputz, lehrt uns jedoch immer genauer hinzuschauen und auch die kleinsten Unterschiede und Fortschritte in einer vermeintlich gleichen Situation zu sehen und zu würdigen. (Man wird sich plötzlich des verschiebens der Vase bewusst)
    Und Goldmarie ist fleissig und unermüdlich dabei, die kleinsten Stäubchen zu beseitigen, auf welche sie Frau Holle aufmerksam macht.

    Goldmarie und Pechmarie

    Am Ende ihrer Zeit bei Frau Holle, wird Goldmarie von Frau Holle durch den Torbogen geschickt der sie mit Gold überzieht. Sie kommt reich belohnt und strahlend zu Hause bei ihrer Stiefmutter und ihrer Stiefschwester an.
    Sie strahlt vor Erkenntnis, innerer Aufgeräumtheit und Eigensouveränität.
    Ihre Schwester, Pechmaire, ist darauf sehr neidig. Sie sieht jedoch nur die «äussere» Veränderung und ist sich nicht gewahr, was Goldmarie für einen anstrengenden und harten inneren Prozess durchgearbeitet hat. Sie will auch «gülden» sein und strahlen und glänzen. Nachdem Goldmarie ihr die ganze Geschichte erzählte, machte sie sich auf, das Gleiche zu erleben.
    Doch weder hörte sie auf ihren Körper (Brote), noch mochte sie ihre inneren Themen genauer anschauen um Erkenntnis (Apfel) zu erhalten. Auch war sie nicht gewillt die mühselige und aufreibende Hausarbeit (Schattenarbeit) bei Frau Holle zu erledigen. Ihr Lohn am Ende der Dienstzeit war die Überschüttung mit klebrigem Pech.

    Was hier jedoch zu erwähnen ist: weder ist das Gold eine Belohnung, noch ist das Pech eine Bestrafung. Es sind lediglich die Folgen der eigenen Haltung gegenüber der „inneren Arbeit“ und in welcher Form oder Intensität es einem möglich gewesen ist, diese zu vollziehen.
    Auch sind natürlich Gold und Pech nicht materiel und physisch zu verstehen, sondern es geht hier wirklich um eine innere Qualität die aussen spür- und sichtbar wird. Während Goldmarie Eigensouveränität, Weisheit und Aufgeräumtheit ausstrahlt, wirkt Pechmarie distanziert von ihrem wahren Kern, verschlossen und ablehnend.
    Das Pech symbolisiert hierbei all die nicht betrachteten, nicht aufgeräumten und nicht integrierten Muster und Seelenanteile. Die Teile, in denen in uns Trigger entstehen können. Sie sind klebrig, kommen immer wieder und bringen unser Emotionsleben stark in Wallung.

    In dem Märchen geht es nicht darum zu zeigen, wer besser als der Andere ist oder wer fauler, träger oder gleichgültiger ist. Pechmarie war die innere Arbeit in dem Moment nicht möglich. Das ist die Aussage und ein Appell daran, nicht vorschnell über einen Menschen zu urteilen. Wir sehen ja immer nur das, was der Mensch uns zeigen mag oder das was wir von aussen sehen.
    Pechmarie wird durch ihr anhaftendes Pech, respektive eben die nicht aufgeräumten Muster und Emotionen immer wieder die Gelegenheit bekommen, hinzuschauen, zu erkennen, anzunehmen und zu integrieren.
    Die Pechmarie ist nicht für immer verloren oder muss ihr Leben nun in Dunkelheit und Schande verbringen.
    Die geistige Welt oder die Anderswelt bieten immer wieder Chancen Verantwortung für sich und sein Leben zu übernehmen, die innere Arbeit anzugehen und «Pech» in «Gold» zu verwandeln.

    Ein oft übersehener Aspekt:
    Frau Holle ordnet die Welt, indem sie die Decken und Kissen schüttelt. Es heisst sie bringt innere Prozesse, Verdrängtes, Unbewusstes in Bewegung, arbeitet es durch, lockert es auf. Der Schnee der aus dem Bettzeug fällt, fällt ja nicht in Frau Holles Welt, sondern in die Menschenwelt. Dies ist symbolisch dafür:

    Wenn es in deinem Leben schüttelt und rüttelt, erinnere dich daran:
    Frau Holle ordnet vielleicht gerade neu und macht den Weg frei für deine innere Arbeit – mit liebevoller Unterstützung der geistigen Welt.

  • Excalibur – ergreife Dein Schwert

    Excalibur – ergreife Dein Schwert

    In diesem Beitrag geht es weniger um die Darstellung realer historischer Begebenheiten, Glaubensbekenntnissen zu einer Religion oder «Bibelgetreuer» Zitate. Vielmehr geht es um spirituelle und energetische Prinzipien und Gesetze, welche hier «in Geschichten» verpackt und somit zugänglich und veranschaulicht werden sollen.
    Wie immer sind dies meine Ansichten und Gedanken. Ich erhebe keinerlei Anspruch darauf, diese als absolute oder allgemeine Wahrheit darstellen zu wollen.

    Die Legende um König Artus, den Rittern der Tafelrunde und des magischen Schwerts Excalibur, mit dem er Britannien vor dem Untergang rettete, ist vielen bekannt. Doch diese Geschichte ist eigentlich (auch) eine Metapher für die innere Seelenreise zu sich selbst.

    Kurzfassung der Arthus-Saga

    (diese Legende ist sehr «gross» angelegt und hat viele Erzählstränge, dienmiteinander verwoben sind. Da es mir hier aber hauptsächlich um Arthus und die Bedeutung des Schwertes Excalibur geht, komprimiere ich die Geschichte stark und spreche hier bewusst nur den Werdengang Arthurs an).

    Wie die Sage erzählt, wurde Arthur schon früh in die Obhut von Merlin dem Druiden gegeben. Da sein Vater, der Grosskönig von Britannien umstritten war, und man fürchten musste, dass Feinde Uthers dem Jungen etwas antun könnten, wollte man ihn vor der Welt verbergen und ihn so beschützen.
    Merlin seinerseits liess Arthur in der Obhut von Sir Ector, einem ehrenwerten Ritter, der ihm Rechtschaffenheit, Loyalität und das Kämpfen lehrte.
    Merlin, welcher Artus oft besuchte, weihte ihn hingegen in die inneren Geheimnisse ein. So wurde er auf seine Rolle als Grosskönig vorbereitet. Ihm noch gänzlich unbewusst, da ihm seine Herkunft bis jetzt verschweigen wurde um ihn zu schützen.
    Einige Erzählungen sprechen davon, dass er das Schwert im Stein eher zufällig fand, andere wiederum erzählen, dass dieser «Fund» von Merlin und Viviane, der Herrin vom See und Hohepriesterin Avalons, von langer Hand geplant war.

    Die Legende besagt, dass wer, das sagenumwobene Schwert Excalibur aus dem Stein ziehen könne, werde der nächste Grosskönig Britanniens.
    Seltsamerweise erschien das Schwert im Stein erst als Uther Pendragon, Grosskönig Britanniens und Vater Arthurs, starb.

    Arthur gelang es, das Schwert aus dem Stein zu ziehen. Jedoch eigentlich eher aus Neugier und weniger mit der Absicht, König zu werden. (- er wusste bis zu diesem Zeitpunkt nicht, dass er der Sohn von König Uther Pendragon war)

    In seinem Wirken als junger Grosskönig Britanniens erlebte er auch starke persönliche Herausforderungen und Schicksalsschläge, die etwas später dazu führten, dass er sich selbst als «unwürdig König zu sein» sah, und das Schwert Excalibur, die Insignie seiner königlichen Macht, in den See warf.
    Was er jedoch nicht sah ist, dass die Herrin vom See das Schwert auffing um es ihm später wieder zu überreichen.

    Verbindung zu Erzengel Michael

    Dies wird dich nun vielleicht etwas wundern oder überraschen. Doch es gibt durchaus eine spirituelle und geistige Verbindung zum Erzengel Michael und seinem Lichtschwert.
    Arthur war schon im Kindesalter bekannt für seinen stark ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. Er stand für die ungerecht behandelten Menschen ein und scheute sich auch nicht, sich gegen Ältere oder sogar Erwachsene zu stellen.

    Erzengel Michael ist der «höchste der Engel» und Anführer der himmlischen Heerscharen. (- so heisst es). Er steht für absolute Gerechtigkeit, Wahrheit und Erkennen und Unterscheiden von Licht und Schatten. Er ist der Beschützer und Behüter der Menschen.

    Weil Michael als ein Engel nicht selbst in einen physischen Körper inkarnieren kann, erklärt es sich auch, dass eine Geschichte davon erzählt, das Erzengel Michael selbst den Funken der göttlichen Gerechtigkeit in das Herz Arthurs gelegt habe, damit dieser auf der Erde das Chaos und die Intrigen in seinem Land aufdecken und entmachten könne.
    Auch Excalibur soll quasi die physische, weltliche Entsprechung von Michaels Lichtschwert sein. Er liess einen Teil seines Schwertes zu Materie werden, damit seine Energie für die Menschen erfahrbar wurde.

    Die innere Krönung

    Nun, was hat das alles mit der eigenen Seelenreise und dem Weg zum wahren, lichtvollen Ich zu tun?

    Das Schwert steht sinnbildlich für Qualitäten wie Klarheit, Direktheit, Authentizität, Kongruenz, Selbstermächtigung und Eigensouveränität – für das Bewusstsein über sich selbst und für das Erkennen des eigenen Wesens.

    Das Herausziehen des Schwertes aus dem Stein – das Königtum im Außen – symbolisiert die Annahme einer zugedachten oder zugeschriebenen Rolle.

    Arthur bekämpfte mit allem, was er hatte, Ungerechtigkeit, Lügen, Intrigen, seine Feinde und die Dunkelheit. Entsprechend seiner Rolle als König von Britannien richtete er sein Schwert stets nach außen.

    Doch je härter und gnadenloser er gegen all das Ungewünschte vorging, desto mehr schien es zu erstarken. Nicht, weil seine Absichten falsch waren, sondern weil er eine Rolle erfüllte, ohne sein wahres Selbst vollständig zu leben.

    So erkannte er nach und nach, dass weder gute Absichten, noch noble Taten allein ausreichen, um Dunkelheit zu wandeln.

    Seine Zweifel entstanden genau dort, wo jeder Mensch sie kennt:
    in der Erkenntnis, dass man mutig handeln kann und dennoch Angst hat, der eigenen Tiefe zu begegnen. Dass man Licht in die Welt bringen möchte, sich aber vor dem eigenen Schatten fürchtet. Dass man anderen die Wahrheit zugesteht, sich der eigenen jedoch nicht stellt.

    Die übermächtigen Emotionen begruben schließlich seine äußere Klarheit, Direktheit, Authentizität, Kongruenz, Selbstermächtigung und Eigensouveränität unter sich.

    In der Arthus-Saga wird dieser innere Zusammenbruch durch den Wurf des Schwertes in den See symbolisiert. Der Tag ist dunkel und regnerisch, der See stürmisch und aufgewühlt.
    Der See steht für unsere Emotionen, das Schwert für unsere Ich-Qualitäten – ein Sinnbild für eine Phase tiefster innerer Orientierungslosigkeit, eine Sinnkrise welche sich sehr existentiell bedrohlich zeigen kann. (Könnte man klinisch betrachtet als Depression bezeichnen)

    Doch The Lady of the Lake oder die Herrin vom See fing das Schwert in seinem Fluge mit ihrem aus dem See gestreckten Arm auf. Doch Dies hat Arthur nicht wahrgenommen, da er sich bereits vom See abgewendet hatte.
    Dies symbolisiert die «spirituelle oder auch göttliche Führung». Selbst in der tiefsten Krise, selbst wenn man selbst kaum mehr daran glauben kann, sind wir geführt und behütet und alles geschieht zu unserem höchsten Besten.
    Die Herrin vom See zog das Schwert sanft unter Wasser und bewahrte es da sicher auf für den Tag, an dem es Arthur wieder in die Hand gegeben werden sollte.
    Der See stürmte und tobte und war abgrundtief dunkel, doch das Schwert unter Wasser war stets in der Hand der Herrin vom See….

    Arthur kehrte nach Camelot zurück. Er erfüllte formal seine Rolle als König Britanniens. Doch immer mehr waren die Menschen unzufrieden, unsicher. Der König sprach seine Urteile und Befehle ohne die Klarheit des Herzens.
    Das Königreich war desorientiert, die Ordnung drohte zusammen zu brechen.
    Viele Monde später erschien die Herrin vom See Arthur in einem Traum. Sie rief nach ihm: «Arthur. Arthur! Gerechtigkeit ohne Selbsterkenntnis ist ein Schwert ohne Klinge. Du hast das Licht in die Welt bringen wollen. Doch deine Befreiung liegt in der Anerkennung des Lichts in deinem innersten Herzen.»

    Dies repräsentiert die Zeit der Dunkelheit in sich selbst, die Unklarheit, zu ahnen dass das «Alte» (Königtum im Aussen) nicht mehr funktioniert. Das «Neue» (Königtum im Herzen/Innern) ist jedoch noch nicht klar erkennbar. Doch es ruft immer lauter.

    Doch eines Tages schaffte Arthur den Weg zum See. Als er am Ufer des Sees ankam, blickte er auf glasklares, spiegelglattes Wasser. Der Tag war hell und warm.
    (Dies symbolisiert den Blick von Aussen/mit Distanz auf die eigenen Emotionen)

    Excalibur schoss in der Hand der Herrin vom See aus dem Wasser. Es bewegte sich langsam von der Mitte des Sees auf das Ufer zu.
    Die Herrin vom See streckte Arthur sein Schwert entgegen. Arthur hörte ihre Stimme im Innersten seines Herzens:

    «Man wird nicht zum König, indem man Licht trägt.
    Man wird es, indem man den eigenen Schatten kennt.

    Man wird nicht souverän, indem man andere führt.
    Man wird es, indem man sich selbst führt.

    Excalibur ist nicht das Recht zu herrschen.
    Es ist die Fähigkeit, sich selbst zu erkennen.»

    In diesem Moment wurde Arthur zum König «aus dem Herzen». Er ergriff die Insigne des inneren Königtums. Nicht mehr getrieben vom Kampf gegen das Dunkle,
    sondern getragen von der Klarheit, die entsteht, wenn Licht und Schatten ihren Platz finden.

    Und so steht Excalibur bis heute für die innere Krönung:
    für Selbstermächtigung, für Eigensouveränität, Klarheit (als Erstes sich selbst gegenüber), Authentizität, Ehrlichkeit und Kongruenz.

    Symbolisch gesprochen geht es darum, das eigene Schwert nicht gegen die Welt zu heben, sondern in das eigene Wesen zu versenken, um Unterscheidungskraft darüber zu erlangen, wer wir sind – und wer wir nicht mehr sein wollen.

    Denn jedes Mal, wenn ein Mensch den Mut findet,
    sich seinen Mustern, Emotionen und Tiefen zuzuwenden,
    streckt die Herrin vom See die Hand aus dem Wasser
    und reicht ihm sein Schwert zurück.

    Damit er nicht König über ein Reich wird –
    sondern König über sich selbst.

    Denn niemand anderes ist fähig «Dein» Schwert aus dem Stein zu ziehen, oder aus dem See…

  • Wenn Du zu heilen beginnst…

    Wenn Du zu heilen beginnst…

    …gibt es unangenehme, Dinge die Dir niemand vorher sagt:

    Kennst Du das? Früher nach der Arbeit oder der Berufsschule gings ab in den Ausgang. Oder man traff sich mit Freund*innen draussen und quatschte bis in alle Nacht.
    Irritiert es Dich, dass Du dieses Bedürfnis nicht mehr hast und am Feierabend am liebsten einfach für Dich sein möchtest, Ruhe brauchst und Dich am wohlsten fühlst alleine zu Hause zu sein?

    Spürst Du manchmal „out of the blue“, also scheinbar ohne Grund und unerklärbar, Wut und/oder Traurigkeit? Du weisst manchmal nicht mal auf wen oder was Du wütend bist oder weshalb Du diese Abrundtiefe Traurigkeit empfindest, obwohl Du intellektuell weisst, dass alles gut ist grad in Deinem Leben?

    Fällt Dir auf dass Du Dich nach dem Treffen mit gewissen Menschen einfach nur ausgelaugt und leer fühlst?
    Macht Dich der wöchentliche Einkauf im Supermarkt unheimlich müde und träge? Regst Du Dich über Menschen auf, die in einer Gemütlichkeit durch die Regalreihen schlendern und Dir dabei immer im Weg sind und es nicht einmal bemerken ?
    Regst Du Dich übermässig über andere Verkehrsteilnehmer auf, die sich nicht verhalten wie „man“ es sollte oder wie Du es erwartest ?

    Dir reicht es nicht (mehr) mit Anderen über das Wetter zu plaudern oder den neusten Klatsch über das britische Königshaus zu hören oder was Frau Meier in der Nachbarschaft wieder gesellschaftlich Unkonformes gemacht hat ?
    Beim Kaffeekränzchen gehst Du unheimlich rasch in die Tiefe und sprichst gerne über „bedeutende“ Dinge? Du merkst, dass sich einige Menschn davon überfordert fühlen?

    Früher hast Du Vieles einfach hingenommen und akzeptiert. Dachtest, dass es „halt“ so ist oder sein soll. In letzter Zeit hörst Du innerlich immer öfter Deine Stimme welche Dir sagt: „Mit mir nicht (mehr)!“
    Manchmal verteidigst Du Dich und Deine „Sache“ über Gebühr wehement und emotional, sodass sich Dein Gegenüber vor den Kopf gestossen oder gar angegriffen fühlt ? Du wirst angegriffen oder sogar denunziert von ehemaligen besten Freund*innen, weil sie Dich nicht (mehr) verstehen oder es nicht gewohnt sind dass Du nicht mehr alles akzeptierst oder mit Dir machen lässt?

    Immer öfter merkst Du Widerstände Dich mit gewissen Menschen zu treffen? Früher hast Du Dir Zeit frei gemacht und alles getan Sie zu sehen und Zeit mit Ihnen zu verbringen? Momentan gehst Du gewissen Menschen lieber aus dem Weg?
    Das ständige Gejammere und/oder die überwiegend negative Einstellung von Dir nahen Menschen zieht Dich runter und widert Dich vielleicht sogar an?
    Dein Freundeskreis schrumpft. Immer mehr Kontakte von vormals engen und guten FreundInnen meidest Du oder wirst von Ihnen gemieden ?

    Dich triggert eine Situation oder Gegebenheit welche Dir grad begegnet?
    Du denkst: „Was? schon wieder? Das hatte ich doch schon. Warum muss ich den ganzen „Scheiss“ immer wieder durch machen?“
    Du hast das Gefühl, nichts aus der Vergangenheit gelernt zu haben? Das Gefühl, auf der Stelle zu tretten oder sogar eher Rückschritte zu machen ist intensiv? Im ersten Moment stellen sich Frustration, Wut, Verzweiflung, Traurigkeit ein?
    Betrachtest Du die Situation dann genauer merkst Du auf einmal kleine Veränderungen?
    Sie zieht Dich emotional für kürzere Zeit runter? Du bist schneller wieder „raus“? Es ist nicht mehr das emotionale „Fass ohne Boden“, welches Dir das Gefühl gibt zu fallen und zu ertrinken?
    Du bemerkst, dass Du „auf einmal“ andere Strategien anwenden kannst, um damit um zu gehen?

    Fragen wie: „Was will ich überhaupt?“ „Was möchte ich erreichen, bezwecken, erschaffen in diesem Leben?“ „Für was bin ich eigentlich hier?“
    Unentschlossenheit, sich nicht entscheiden können und gleichzeitig den Drang zu verspüren sich entscheiden zu müssen? Eine Gewisse Abgestumpftheit und Routine, die sich jedoch nicht gut anfühlt? Du hast das Gefühl, dass Altes nicht mehr richtig und stimmig ist, aber hast noch nichts Anderes oder Neues in Ausblick? Sätze wie: „So kann es nicht mehr weitergehen!“ „Aber was soll ich sonst tun?“ „Was ist der Sinn dahinter?“
    Diese Fragen stellen sich nicht nur bezogen auf die grossen und prägenden Dinge im Leben, sondern weiten sich auch auf kleine alltägliche Dinge aus?